Biografie
Mein Werdegang ist vielfältig, und manchmal auch ein wenig verschlungen wie die Pflanzen in einem Urwald. Schon als Kind war ich lieber als Grenzgängerin auf den Gipfeln der südlichen Alpen zugegen als an der Schulbank, und die Natur war mir von klein auf wichtigste Lehrerin und Inspirationsquelle. Und immer schon wollte ich das Leben mit dem ganzen Körper, mit allen Sinnen erfahren.
In meiner Jugend zog es mich zum kreativen Ausdruck, zum Theater, zum Film, in die Vielfalt der Großstädte, immer auf der Suche nach einer Schönheit, Lebendigkeit, Intensität jenseits des Alltäglichen.
1999 zog ich erst nach Frankreich und dann nach Brüssel. Neben dem Filmstudium war die Begegnung mit östlichen Bewegungskünsten prägend für mich in der Zeit der Jahrtausendwende – der Atem, die konzentrierte Ruhe, die verkörperte Verbindung mit einem größeren Ganzen. Nach Hause kommen.
Dann die Begegnung mit dem zeitgenössischen Tanz und dem Nouveau Cirque – ich übte mich mit Hingabe und Ausdauer im Seillaufen, am meisten aber faszinierte mich schon damals die Verfeinerung des Spürens und all die Wunder, die im Körper passieren, wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt.
Nach dem Umzug nach Berlin 2004 suchte und fand ich meine Wege zwischen Theater, Tanz und Technik, als langjähriges Mitglied einer international agierenden Straßen- und Puppentheatercompany, begeisterte Praktizierende von Yoga, Contact Improvisation und Body Mind Centering®, Licht-, Bühnen- und Videotechnikerin, u.a. für das Gefängnistheater aufBruch und Constanza Macras/ Dorkypark.
Und immer wieder zog und zieht es mich an die „Ränder“ der Gesellschaft – im Permakulturgarten sind Randzonen die artenreichsten Gebiete 😉 – und zu Menschen, für die die gesellschaftliche Teilhabe aus den unterschiedlichen Gründen erschwert ist.
So arbeitete ich lange Zeit in der Betreuung von Menschen mit Behinderung bei der Lebenshilfe, kenne so manche Justizvollzugsanstalt von innen und wirke nun als Theatertherapeutin in einer Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen.