Was ist Theatertherapie?
Theatertherapie – auch als „Dramatherapie“ bezeichnet – gehört zu den der künstlerischen Therapieansätzen. Die Bedeutung von Drama ist “handeln”, das griechische Wort “Theater” bedeutet “anschauen”.
Theatertherapie ist eine handlungsorientierte Therapieform, die auf den heilenden Wurzeln des Theaters beruht und kreative Prozesse nutzt, um den Zugang zu bisher verborgenen Ressourcen zu ermöglichen. Sie bedient sich Bewegung, Spielen, Geschichten, Mythen, sowie Objekten, Puppenspiel, Masken und improvisierten Szenen als therapeutisches Medium. Das (Rollen-)Spiel sowie das verkörperte Interagieren in einem “sicheren” Raum der Erlaubnis eröffnet einen Zugang zum kreativen Potenzial und ermöglicht neue Einsichten und Perspektiven, die erprobt und in den Alltag integriert werden können.
Theater als Gemeinschaftskunst macht sie vor allem zu einer Gruppentherapie, sie kann aber auch in der Einzelarbeit eingesetzt werden – in beiden Fällen ist die Kontakt- und Beziehungsaufnahme zu sich selbst und zu anderen wesentlich für den therapeutischen Prozess.
Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal der Theatertherapie ist das Konzept / Werkzeug der
Dramatischen Realität:
Der verkörperte und greifbare Eintritt in ein imaginäres Reich – real und nicht real zugleich,
basierend auf einer gemeinsamen Vereinbarung: zu tun “als ob” . Die dramatische Realität unterliegt den Gesetzen der Vorstellungskraft. Sie ermutigt zu totaler Kreativität und bietet ein unbegrenztes Potenzial, unsere inneren Welten zum Leben zu erwecken.
Sie lädt die subjektive Realität ein, heißt sie willkommen und bietet ihr Schutz, validiert subjektive Erfahrungen und schafft eine Brücke zwischen ihnen und der äußeren Welt. Es ist ein sicherer Raum, in dem wir “ohne Konsequenzen“ erforschen können, was wir im wirklichen Leben nicht tun würden oder nicht getan haben – und es gleichzeitig wirklich zu erleben.
Die dramatische Realität bietet Schutz: Die Figur spielt, nicht ich, also kann ich mich trauen, Dinge zu tun, die ich mich in meinem eigenen Leben nicht trauen würde. Sie bietet eine große Spielwiese, um Beziehungen zu “üben” und jedes Verhalten und jeden Ausdruck von Gefühlen und Ideen zu testen.
Die Verkörperung verschiedener Rollen ermöglicht einen Perspektivenwechsel und erweitert unsere Narrative über uns und die Welt, in der wir leben – neue Aspekte des Lebens, des Selbst und des Anderen können auftauchen.
Die verkörperte, geteilte und anerkannte Erfahrung der dramatischen Realität kann neue Bahnen und Verbindungen in unserem Nervensystem schaffen. Auf diese Weise kann die dramatische Realität ein Ort der Transformation sein.
Wenn die dramatische Realität mit bedeutsamen Inhalten gefüllt wird, gibt sie diese selten so zurück, wie sie vorher waren (Susana Pendzik)
Was ist Spiel?
Spiel fördert die Ko-Kreativität, das Gefühl, frei und gleichzeitig verbunden zu sein. Wir kommen in einen Fluss, in ein Gefühl der Zeitlosigkeit, sind völlig im gegenwärtigen Moment versunken, sind lebendig. Spielen aktiviert den “sozialen” ventralen Vaguskomplex unseres autonomen Nervensystems.
Das Spielen ist den Prinzipien des Lebens und der Evolution inhärent – bereits der Aufbau unserer DNA ist ein spielerischer Prozess.
Wenn wir spielen, wird die Aktivität in der Amygdala reduziert, die „Belohnungszentren“ im Gehirn werden aktiviert – wir verlieren unsere Angst und empfinden Freude, Lust und Begeisterung.
Die Plastizität des Gehirns wird erhöht und neue Verbindungen werden leicht hergestellt. Das Spiel bietet ideale Bedingungen, um unser Potenzial zum Lernen, Denken und Handeln frei zu entfalten.
Verspieltheit ist die Voraussetzung für Kultur (Mooli Lahad)
Mein persönlicher Ansatz :
In meiner Arbeit ist mir eine systemische Herangehensweise wichtig, also individuelle Symptombilder im Kontext von Familiensystemen, Gesellschaft und Umwelteinflüssen zu sehen. Ich setze mich für eine diverse, tolerante und offene Gesellschaft ein und bin Teil der Klima AG der Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (DGfT).
Thematische Schwerpunkte in der Therapie:
Stabilisierung und Traumaverarbeitung, Gewaltprävention, Selbstannahme und Resilienz, (psycho-)somatische Erkrankungen, Stress, Angst und Autoimmunreaktionen, Heilungs-und Trauerprozesse.
Als Theatertherapeutin arbeite ich zur Zeit vor allem mit Kindern, mit und ohne Fluchthintergrund. Unter Anderem im Rahmen des im „TigerProjekts“ in Berlin Neukölln, in Kooperation mit dem Berliner Landesamt für Flüchtlingangelegenheiten sowie für „Starke Kids e.V.“ http://www.starkekids.org
Meine theater- und körpertherapeutische Einzelarbeit in eigener Praxis befindet sich aktuell im Aufbau. Ich biete auch Kurse und Workshops für Gruppen an.
Bitte kontaktieren Sie mich bei Interesse!
Es besteht die Möglichkeit zu einem kostenlosen persönlichen Vorgespräch.
